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Ausgaben > Ausgabe 07-8/11

Ist es wirklich eine Vergiftung?


Giftpflanzen und Schädlingsbekämpfungsmittel gehören zu den häufigsten Ursachen.

VON Dr. med. vet.  Jaqueline Kupper, Prof. Dr. Med. Vet. Hanspeter Nägeli, Dr. med. vet. Meret Wehrli Eser

 

Studie Anhand einer retrospektiven Aufarbeitung der Kasuistik des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums (STIZ) über 10 Jahre (von 1997-2006) konnte gezeigt werden, dass Pferde eher selten vergiftet werden. Von insgesamt 1.546 Tieren waren nur 62 Pferde betroffen. Dabei handelt es sich jedoch nur um die sogenannten wahrscheinlichen und gesicherten Fälle. Bei den wahrscheinlichen Fällen stimmen die Symptome und der zeitliche Verlauf mit der aufgenommenen Noxe überein. Bei den gesicherten Vergiftungen wurde das toxi-sche Agens nachgewiesen. Bei 17 Pferden verlief die Vergiftung tödlich. Die wichtigsten Ursachen waren zu 72% Giftpflanzen und zu 15% Schädlingsbekämpfungsmittel, hauptsächlich Carba-mate, außerdem Alpha-Chloralose, die Molluskizide Mercaptodimethur und Metaldehyd, ein Herbizid und in zwei Fällen Fungizide. Erkrankt ein Pferd plötzlich, soll deshalb immer sofort geklärt werden, ob ein Kontakt zu einer Giftpflanze oder zu einem Schädlingsbekämpfungsmittel stattgefunden hat. Gemäß der retrospektiven Arbeit von Curti et al. waren die wichtigs-ten Pflanzen, die Vergiftungen bei Pferden verursacht haben, die Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia), die Eibe (Taxus baccata), das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobea), der Oleander (Nerium oleander), das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum). Daher soll auf diese Pflanzen genauer eingegangen werden.

Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia) Das Holz dieses robusten und schnellwachsenden Baums findet primär als Zaun und auch als Paddock-Einstreu Verwendung. Vergiftungen durch Akazien-Einstreu sind relativ häufig. Das Gift, in Form von sogenannten toxischen Proteinen (Lektinen), ist in der gesamten Pflanze enthalten. Am höchsten ist die Konzentrationen jedoch in Samen und Rinde. Die Lektine verursachen Darmepithelschäden, Erythrozytenagglutination und Gewebsnekrosen. Bereits die Einnahme von 70 g Rinde kann eine gastrointestinale Störung wie Kolik und Obstipation verursachen.

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